Pathience
Dienstag, den 23. März 2010 1. Gesang, Empathie
Aus der Ferne.
Wenn Echos fremder Zeiten
unter uns dröhnen
die wir vor uns wähnen.
Metall geißelt Metall.
Funkenschlag
durchgleißt die Nacht.
Hämmernd, monoton von Macht.
Schweißpunkte und Schweißnähte
die Vergangenes und Gegenwart
verweben, dann zerstechen,
verkleben, dann zerbrechen,
vernähen und mit Jähzorn versehen.
2. Gesang, Sympathie
Am Anfang ist ein Funkenflug,
wenn Blicke sich berühren,
Hände fühlen,
die sich doch nie greifen,
Gedanken schweifen,
die nicht mehr leben,
Träume, die durch Nächte irren
wie verbranntes Fleisch.
Zu lange abgestorben
Verroht, verkohlt und dann verdorben,
ausgemehrt und ausgezehrt
Liebe und Tod im Spiegel verkehrt.
3. Gesang, Antipathie
Das Quecksilber toter Herzen giftet
sich selbst und fließend,
ist doch auch Metall auf Metall.
Doch Tropfen sind kein Schlagen,
ein Fließen ist kein Klagen.
Da ist kein Klirren mehr
im Klingenmeer.
Wie ein Hammerschlag versinkend
im Treibsand eines Flüssigmetalls.
Keine Fabrik steht.
(Mehr.)
Still.
4. Gesang, Apathie
Menschen gehen rechts.
Menschen gehen links.
Wie Roboter.
Sie sprechen aneinander vorbei,
öffnen ihre Münder
und schauen verzweifelt,
weil sie nicht sagen,
was sie denken,
weil sie nicht
denken,
fühlen.
Nicht (mehr).
Zu lange her.
5. Gesang, Apathie
Starre Augen haben ihren Glanz verloren
eiternd, farblos gelbe Tränen,
doch Trauer ist es nicht
die aus ihnen spricht,
Gefühle aus Metall geschlagen,
wie Statuen, die sich nichts mehr sagen.
Bluten nicht, weil nur Papier,
das einst aus Haut bestand
in der sich nie ein Mensch befand.
6. Gesang, Empathie
Flammen brechen nicht,
Aschen sprechen nicht,
Worte rächen sich.
Und sie lächeln nicht.
Sie vergessen nicht.
Denn sie wissen nicht,
dass alles was sie tun
und alles was sie sind,
und alles was sie wollen,
(mehr)
in diesem Moment zu wichtig ist.
Momentaufnahme, innen
Freitag, den 19. März 2010Im Moment kommt es mir so vor, als wäre alles was ist Geschichte, was war eine Lüge und was wird nichts mehr.
Kann mit meinen Gedanken nirgendwo hin. Nicht sehen, nicht fühlen, eine Leere in allem.
Man hat mich abgeschaltet, deaktiviert.
Ich glaube nicht an ein Wiedersehen, doch wie kann man glauben, wenn da nichts mehr ist woran man glauben kann?
Zeit vergeht nicht mehr.
Schlaf umgibt mich nur mehr scheu.
Kann mich nicht mehr freuen.
Gutes prallt ab, außen.
Eine Momentaufnahme, innen
Voller Zweifel, in meinen Sinnen.
Ein paar Texte
Sonntag, den 7. Februar 2010 1.
Ich habe gehofft, so lange das Licht brennt.
Doch Tote altern nicht.
2.
Du lebst ständig.
Du lebst selbst.
Du lebst selbst ständig.
Du lebst selbst, ständig.
Du lebst selbständig in Angst.
3.
Nun, da einige Wochen vergangen sind,
ist es Zeit an den Anfang zurückzukehren.
Wünsche werden Wirklichkeit,
Träume Phantasie,
und Hoffnung entsteht aus Traurigkeit.
4.
Weil die Menschen mich nicht mochten, begann ich mit den Büchern zu sprechen.
Denn diese waren das einzige, was ich liebte - und die Bücher liebten mich, würde ich sagen.
5.
Ich greife durch die Zeit.
Als der Regen still steht.
Mondfinsternis
Mittwoch, den 18. November 2009 Durch Schloss und Tor, Pforte und Schrein
Werde ich mein Monduntergang sein.
Gestank und Abschaum dieser Welt
Die sich noch gestern entgegenstellt
Verschwinden - und betrachtet, wie es vorher war,
Alles was wird, ist nicht mehr da,
Und alles, was niemals gewesen ist,
Wird Leben, wird Werk und wird mein Licht.
Einfach nur kalt und unbewohnt,
mein Werden im Morgenstill - ein toter Mond.
Ich ziehe aus in den Strobentank
Von Schichtfest, Herrgott und Erntekrank,
Verschließ mich bestrahlt von Nacht
Zwischen gleißenden Sternen in Mondohnmacht.
Die Finsternis eines toten Mondes
Die Ohnmacht eines maroden Todes
Ich selbst versteckt in meiner Welt der Nacht
Schwarz ist nicht tot - wo mein Leben lacht.
Still standing on the Edge of Dreams
Montag, den 7. September 2009 Und weil ich hier noch warte
sehe ich Dich manchmal
flirrend hier im Dunkelhain.
Und wenn ich meine Augen schließe
blind den Blick zu Boden richtend,
warte ich hier still auf Dich.
Habe mich doch selbst vergessen,
und sehe mich hier stehen,
im einbrechenden Dämmerlicht,
weiß ich dann, dass es mich nicht gibt.
Erlischt mein eigenes Bild von mir,
sehe ich noch immer Dich
Deine Gedanken und Dein Werk,
all das, was nie erlischt.
Und hast Du mich nur kurz berührt,
geführt und weiß und seh Dich doch,
das Licht der Nacht, die Zarg’ der Zeit
und manchmal Zweifel noch.
Und während Du so weiterlebst,
als ob nichts anderes wär,
stehe ich auf den Gipfeln meiner Träume
und werfe den Blick gen Meer.
(And while you’re living on and on
I’m still standing on the edge of dreams.)
Drauflos. Sauflos.
Samstag, den 13. Juni 2009 Wenn der Tag beginnt und erlischt, gehe ich. Verwandle mich selbst und du, die du mich gestreift in diesen Tagen, verschwindest in deiner Welt. Ich bleibe hier. Lichter flackern dort draußen. Baden sich im Kitsch des eigenen Ermessens und das alles hilft mir, ich selbst zu sein. Zu bleiben.
Ich gehe drauflos. Und sauf los. Gehe sauflos drauflos?
Hauptsache, etwas beginnt!
Und wenn es nur dieser Tag ist, der beginnt, um zu erlöschen, mich selbst verwandelt und du, die du mich streiftest in deiner Welt zurücklässt!
Join Paradise
Mittwoch, den 3. Juni 2009 For those to kill
I just adore
Fuck yourself
And cry no more
For those to love
I`m glad to see
Do not touch
Be never free
I`m your slayer
When you laugh
Well, I think
You had enough
Never really who I am
No more fucking compromise
I hate you so, can`t even say
Come, kiss my gun, join paradise
Vom Suchen.
Samstag, den 30. Mai 2009 Wandernd zwischen den Sternen,
suchen die Suchenden vergeblich
und die Findenden, wissen nichts mit ihrem Glück anzufangen.
Wohl dem, der findet, obgleich er sucht,
oder findet, obgleich es ein Zufall gewesen,
wohl dem, der findet, und etwas damit anzufangen weiß!




