Dreiundvierziger - Der Südseeblog
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    Die Welt der 43

    "Das Gewöhnliche, hier wirds Ereignis" - so hiess es schon bei Goethe - und hier wird dieser Satz Wahrheit, für die, die es wollen, brauchen und manchmal auch haben müssen.

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    Die Drei Fragezeichen ??? 121 - 123

    Freitag, den 13. Juni 2008

    Da sind sie also zurück. Justus, Bob und Peter nehmen die Ermittlungen wieder auf und bringen fiese Verbrecher zur Strecke. Doch wie sind die neuen Folgen?
    Hier ein Zwischenbericht:

    Nr. 121 Spur ins Nichts
    Spannend fängt die Folge an. Peter und Justus befinden sich getrennt voneinander in einem merkwürdigen Gebäude. Sie sind nicht allein, jeder wird von einer weiteren Person begleitet. Über llenlange Morsezeichen nehmen sie Kontakt zueinander auf. Allein das ist schon extrem unglaubwürdig, aber es istwenigstens alles noch spannend. Man fragt sich worum es geht und wie sie sich retten können. Da kommt Bob ins Spiel. Zusammen mit der bereits von einigen Fällen bekannten Jelena macht er sich auf die Suche. Und kommt über unglaublich konstruierte Zufälle Justus und Bob auf die Spur.

    Konstruiert ist auch schon genau das Stichwort. Die Ausgangssituation ist sehr spannend und auch unterhaltsam, die Aufklärung her enttäuschend. Erinnerungen an Tal des Schreckens, wobei jene Folge allerdings spannender war. Bei der Spur ins Nichts haben wir es mit einer Anfangssituation zu tun, die vielleicht ein bisschen an Saw erinnert. Aus der Grundidee macht man aber leider sehr wenig.

    Nr. 122 und der Geisterzug
    Unfreundlich werden die drei empfangen, als Justus, Bob und Peter in den Museumszug einsteigen. Kaum Fahrgäste, ein Unternehmen vor dem finanziellen aus. Spukgeschichten über verunglückte Chinesen in einem Tunnel. Der Zugbegleiter wird in einem Abteil eingeschlossen, merkwürdige Fahrgäste die nicht gestört werden wollen und schließlich eine Notbremsung im Tunnel…

    Auch wenn diese Geschichte vielleicht nicht so originell ist, sie ist spannend und hat die typische ???-Atmosphäre. Von Anfang an. Gerade der Zugbegleiter spricht gekonnt zwischen gewollt - mürrisch aber auch hilfsbereit wenn es drauf ankommt. Die Aufklärung passt. Eine schöne Folge zum wieder und wieder hören.

    Nr. 123 Fußballfieber
    Ein Junge bittet die drei Fragezeichen um Hilfe. Bei seinen Großeltern geschehen unheimliche Dinge. Allesamt Vorzeichen des Todes. Und als schließlich ein seltsamer Reiter im Garten steht, ist völlig unklar was die unbekannten Hintermänner mit dem Ganzen wohl bezwecken.

    Vom Timing und vom Szenario her ist das eine sehr spannende Folge, die gut umgesetzt wurde. Nur leider ist EM - oder was immer die Macher geritten hat, diese tolle Geschichte mit Fußball zu verbinden? Das ist so unnötig wie aufgepfropft. Fußball und ???, das passt nicht. Und dadurch, dass der Junge eigentlich ein Fußballprofi ist, wird eine wunderbare Folge zum Ende hin in den Sand gesetzt. Bis dahin aber ist sie spannend.

    Fazit:
    Bei den neuen Folgen gibt es Licht und Schatten. Völlig überzeugen kann bisher nur der Geisterzug. Aber trotzdem ist es natürlich schön, dass die Reihe fortgesetzt wird auch wenn Die Dr3i ein guter Ersatz waren. Aber dazu vielleicht später mehr.
    Hört!

    Smashing Pumpkins - Zeitgeist

    Mittwoch, den 11. Juni 2008

    Im Jahr 2000 trennen sich die Pumpkins. Corgan gründet Zwan und verwirft die Band nach nur einem Album. Doch wirklich erfolgreich war das alles nicht und was liegt näher, als eine bekannte Band wieder aufleben zu lassen? Kurzum schnappte er sich seinen alten Kompagnon Jimmy Chamberlin und so erfolgte 2007 das Comeback. Allerdings ohne frühere Weggefährten wie James Iha.

    Ich war wirklich gespannt auf dieses Album. 12 Songs und eine Spielzeit von knapp über 50 Minuten – die Pumpkins fassen sich kurz, waren doch die letzten Alben um 70 Minuten lang. Wie würde also der neue Zeitgeist klingen?

    Doomsday Clock ist ein ganz guter Opener und während man noch denkt „so könnte es weitergehen“ setzt lähmendes Entsetzen ein. Die Songs erinnern zwar vielleicht noch von der Stimmung her ein bisschen an alte Zeiten, aber wie belanglos ist das alles geworden. Wenn die Anzeige am CD-Player nicht weitergehen würde, vielleicht würde man nicht mal bemerken, dass das Album weiterläuft. Allein zu schreiben, dass Tarantula einer der besseren Songs des Albums ist sagt einiges über die Qualität aus. Bei einer Spieldauer von 70 Minuten gestehe ich einer Band auch mal zu, schwächere Songs auf dem Album zu haben. Aber bei 50 Minuten diese enorme Ausfallquote?
    Nach Tarantula folgt mit Starz ein Track, der allenfalls andeutet, dass sie mal eine gute Band waren, ehe auch hier nach wenigen Minuten das Pulver verschossen ist.
    United States beginnt sehr stark um dann leider noch viel stärker nachzulassen. Endlose Wiederholungen – die Revolution bleibt aus, auch wenn dieses Wort 43 mal in dem Song auftaucht. Ausgewalzt wird das auf knapp 10 Minuten, der absolute Tiefpunkt.

    Das nachfolgende Neverlost ist ausnahmsweise mal ein recht gelungener Song, der auch ganz gut auf das Album Adore gepasst hätte. (Come on) let’s go ist nett im Sinne von überflüssig, For God and Country gefällt mir anfangs recht gut, aber auch hier schaffen sie es nach zwei Minuten, gähnende Langweile einziehen zu lassen. Pomp and Circumstances… Meine Güte… Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein. Belangloser und seichter geht nicht. Lalala.

    Selbst das völlig gefloppte Zwan – Album Corgans ist um Welten besser als diese Aneinanderreihung von Enttäuschungen. Ganz wenige Songs zünden, und die meisten von diesen verpuffen nach wenigen Minuten wieder ins Nichts der Belanglosigkeit.
    Diese CD braucht niemand – und Fans der Smashing Pumpkins schon gar nicht. Diese sollten besser alte Alben hören und vergessen, dass es dieses Comeback je gegeben hat. Vielleicht hätte man lieber Zeit darauf verwenden sollen, vernünftige Songs zu schreiben, statt einen geistreichen Titel zu suchen. Wenn das die Aussage des Albums sein sollte, kann ich das nur bestätigen.

    Mit zugedrücktem Auge vergebe ich 1 Punkt für Neverlost, 1 Punkt für die teilweise guten Ansätze und einen halben Punkt für die Erleichterung, die man verspürt, wenn dieses Album zu Ende ist.
    2,5/10

    Nick Hornby - Slam

    Freitag, den 6. Juni 2008

    „Eigentlich lief alles gerade richtig gut. Ich würde sogar sagen, dass die Entwicklungen der letzten sechs Monate durchgängig positiv gewesen waren.“
    Mit diesen Worten beginnt Hornby die Erzählung über den 15jährigen Sam und man wartet nun natürlich darauf, was passiert – ja, eigentlich, warum alles den Bach runter geht, denn danach klingt es.

    Sam ist wie gesagt fünfzehn, also fast sechzehn, seine Mutter gerade 17 Jahre älter als er und somit immer noch jünger als Jennifer Aniston und seine Eltern sind geschieden. Und da ist Tony Hawk. Der Skater schlechthin. „Wenn man Tony Hawk nicht kennt, ist das so, als würde man Robbie Williams nicht kennen, oder meinetwegen, Tony Blair. Es ist sogar im Grunde schlimmer, denn es gibt endlos viele Politiker, endlos viele Popstars […]. Aber es gibt eigentlich nur einen Skater, und der heißt Tony Hawk.“

    Wie man unschwer feststellen kann ist Tony Hawk also das große Vorbild von Sam. Der Junge kennt die Biographie des Skaters auswendig, sie ist sein Berater in allen Lebenslagen und er spricht mit seinem Tony Hawk Poster. Führt Gespräche damit über das skaten natürlich, über die Zukunft und über Beziehungen.

    Sams Leben verläuft also gerade richtig gut, als er von seiner Mutter zu einer Party mitgenommen wird. Dort trifft er auf die sehr hübsche Alicia, die beiden gehen aus, haben Sex und während es für Sam anfängt langweilig zu werden und er sich von ihr trennen will, da stellt sich heraus dass sie Schwanger ist. Und Sam sieht sich plötzlich damit konfrontiert, Vater zu werden. Dieses Mal hilft die Autobiographie nicht so richtig weiter, aber das Poster versetzt Sam in eine Zukunft. In dieser ist der Sohn bereits geboren, Sam muss Windeln wechseln und wird quasi ins kalte Wasser geworfen. Er versucht das zu meistern, so gut es geht bis er endlich wieder aufwacht und beschließt, abzuhauen.

    So zieht es ihn nach Hastings einen Ort, wo er mit seinen Eltern einen schönen Urlaub verbracht hatte. Hier will er Geld verdienen, dort, wo der Tourismus boomt… oder auch nicht. Zu der Zeit ist Hastings ein verlassener Ort, die Menschen kommen gerade so über Wasser und schließlich verdient er sich etwas Geld, in dem er einem boshaften alten Mann behilflich ist. Dieser bringt ihn nachts um vier dazu, seine Fernbedienung zu suchen, woraufhin Sam nach nur einem Tag Flucht darauf besinnt, zurückzukehren und sich seiner Verantwortung zu stellen.

    Sams Mutter hat inzwischen einen neuen Mann gefunden und erwartet ihrerseits ein Kind, was dazu führt, dass in diesem Fall der Neffe älter ist als die Tante. Und das, wo sie sich gerade damit abfinden musste Oma zu werden, in einem Alter, wo sie jünger ist als Cameron Diaz – und Cameron Diaz hatte sie noch nie genannt.

    Ironisch und mit ständigem Augenzwinkern erzählt Nick Hornby hier eine Geschichte über das Erwachsen werden. Alicias Eltern, die gerne mal ins Fettnäpfchen treten, wenn sie so etwas sagen wie „von solchen Familien erwartet man ja gar nichts anderes“, die immer wiederkehrenden Gespräche mit Tony Hawk, lustige Dialoge – all das macht diesen Roman so lesenswert. Ich habe das nicht so oft, dass ich beim Lesen wirklich laut lachen muss, hier ist mir das einige Male passiert. Manchmal sind es nur einfache Sätze wie „He, Sam, jetzt weiß ich, was ich dich fragen wollte. Du kennst doch deine Mutter.“ oder Sams Kommentare zu Personen oder gerade gesagtem. Oder der Unterschied zwischen dem, was Sam denkt und was er dann tatsächlich sagt. Sehr gelungen!

    Und bei allem kommt immer noch sehr gut und glaubhaft rüber, was Sam gerade denkt, wie er sich fühlt, seine Ängste, seine Hoffnungen und auch warum es manchmal nötig ist, mit Tony Hawk zu sprechen. Ein Berater in allen Lebenslagen, man muss es nur zu deuten wissen.

    Sehr flott geschriebener, kurzweiliger Roman, der mich gut unterhalten hat. Genau die Art von Buch, die perfekt ist, um an einem schönen Sommertag im Park gelesen zu werden.

    War on Terror (PC)

    Dienstag, den 3. Juni 2008

    Wir müssen die Erinnerung bewahren. Wir sollten niemals vergessen.
    Damit unsere Kinder aus unseren Fehlern lernen, muss die Wahrheit enthüllt werden…

    So beginnen die Aufzeichnungen der Journalisten, die in diesem Spiel als Erzählerin fungiert. Das Intro ist ohne Zweifel sehr stimmungsvoll und spannend, es zieht einen sofort in das Geschehen und man ist mittendrin. Eine zu Anfang noch unbekannte Terrorgruppe ist Drahtzieher verschiedener Anschläge. Ein Krieg gegen die Truppen der World Forces (WOFOR), eine Bombe in LA. Die Terroristen verschanzen sich im Irak und da beginnt auch das Spiel. Mit einer vorgegebenen Anzahl an Soldaten, Panzern und sonstigen Fahrzeugen gilt es nun, diese ausfindig zu machen.
    weiter…

    Etherlords 2

    Dienstag, den 20. Mai 2008

    Nival kennt man inzwischen vor allem wegen des gelungenen Heroes of Might & Magic V oder der Blitzkrieg – Reihe. Aber auch vor HoMM V haben sie an rundenbasierten Fantasy-Strategiespielen gearbeitet: Etherlords 1 und 2.

    Eigentlich liegt Etherlords das Kartenspiel Magic – The Gathering / Die Zusammenkunft zu Grunde. Zumindest das Kampfsystem orientiert sich doch sehr deutlich daran und diese Adaption ist mehr als gelungen. Wo man im Kartenspiel noch verschiedene Manaquellen hat, so gibt es hier nur Äther und Ätherkanäle, aber schon verschiedene Völker. Eigenschaften der Kreaturen und Auswirkungen von Zaubern im Vergleich zu Magic sind schon sehr ähnlich.

    Kommen wir nun aber zum Spiel. Bei Etherlords 2 hat man zunächst die Möglichkeit ein Tutorial zu spielen. Dieses sollte man auch unbedingt tun, weil da die grundlegenden Regeln erklärt werden, alles andere ergibt sich später aus dem Spiel heraus. Für den Multiplayer gibt es leider nur die Möglichkeit Duelle zu spielen, keine Maps. Trotzdem macht das schon mal Spaß für Zwischendurch. Diese Duelle kann man jedoch auch allein gegen die KI spielen, das ist recht kurzweilig und mal ganz nett, aber den Hauptteil des Spiels macht doch die Kampagne aus. Außerdem ist da auch noch ein Punkt für einzelne Maps, wo man jedoch nichts findet. Diese sollten wohl per Patch nachgereicht werden, denn auch einen Editor wie bei Heroes of Might & Magic sucht man vergebens. Schade.
    weiter…

    Stieg Larsson - Verblendung

    Donnerstag, den 17. April 2008

    Eigentlich lese ich Krimis gar nicht so gern und den Hype um Mankell und Konsorten habe ich nie so recht verstanden. Trotzdem habe ich mich nun mal darauf eingelassen und einen schwedischen Krimiautor ausprobiert. Meine Wahl fiel auf Stieg Larsson, irgendwie sprach mich das Buch im Geschäft an. Inhaltlich geht es um das ungeklärte Schicksal der Harriet Vanger, die seit Jahrzehnten spurlos verschwunden ist. Nur ihr Onkel und Vertrauter, der einflussreiche Industrielle Henrik Vanger, erhält seit 43 Jahren regelmäßig zu seinem Geburtstag eine getrocknete Blume. Ein Zeichen, dass sie noch lebt oder das perfide Spiel eines Mörders? Henrik entschließt sich also, einen letzten Versuch zu unternehmen, das Ganze aufzuklären und beauftragt Michael Blomkvist.

    Blomkvist ist Inhaber und Chefredakteur der Zeitung Millenium. Nachdem er ohne Quellenangaben einen schwedischen Industriellen und Konkurrenten Vangers in einem Artikel verschiedener Delikte beschuldigt hat, wird er verurteilt und verschwindet lieber erstmal aus dem Rampenlicht um seiner Zeitung nicht durch seinen Namen zu schaden und seine Haft zu verbüßen. Da kommt ihm das Jahr Auszeit inklusive verschiedener Ermittlungen gerade recht. Bevor er jedoch an diesen Job kam, wurde Blomkvist von Lisbeth Salander ausspioniert, die im Auftrag Vangers einen detaillierten Bericht anfertigte. Schließlich arbeiten die beiden in dem Fall Harriet Vanger zusammen. Und dabei kommen sie grauenhaften Geheimnissen auf die Spur.

    Ich gebe gern zu, völlig unvorbereitet hat mich dieses Buch einfach nur begeistert. Da sind erstmal die Hauptpersonen. Larsson gibt ihnen viel Zeit zur Entwicklung. Sehr wohltuend im Vergleich zu Thrillerautoren, wo klischeehafte Charaktere mal in drei Nebensätzen beschrieben werden. Bei Stieg Larsson werden die Figuren lebendig, nachvollziehbar. Und das gilt sogar noch für einige Nebenfiguren. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit werden verschiedene Handlungsebenen verwoben und schließlich kommt es zu einem Aufeinandertreffen zwischen Blomkvist und Salander. Das zu lesen, die vielen Zwischentöne und Bemerkungen, das ist schon sehr vergnüglich und macht einfach Spaß. Nebenbei nimmt Blomkvist noch Ermittlungen auf, nach wochenlangem Stochern im Dunkel entdeckt er endlich etwas neues auf uralten Fotos. Wie etwas entdeckt wird und wie er dann vorgeht, das ist immer nachvollziehbar und plausibel. Aber eben auch sehr spannend. Bis zum Schluss zieht sich das durch und selbst als die Haupthandlung beendet ist, geht der Roman noch 100 Seiten weiter und rehabilitiert Blomkvists Ruf als Journalist. Bei all dem kommt nie Langeweile auf, man liest begeistert von der ersten bis zur letzten Seite und ich warte schon jetzt gebannt darauf, dass der zweite Band, Verdammnis, endlich als Taschenbuch erscheint.

    Leider gibt es insgesamt nur drei Bände mit Salander und Blomkvist, der Autor Stieg Larsson wurde 1954 in Schweden geboren, war selbst als Journalist tätig und vermutlich deshalb beschreibt er das alles so glaubhaft. 2004 starb er an den folgen eines Herzinfarkts und bekam posthum den schwedischen Krimipreis 2006.

    Dieses mal verzichte ich auf Zitate und spreche einfach nur eine Empfehlung aus für Krimifans, solche die es werden wollen und eigentlich jeden, der einen ausgezeichneten, toll geschriebenen, unterhaltsamen Roman lesen möchte. Für mich ist das der Beweis, dass es doch immer wieder Bücher gibt, die einen überraschen und tolle Schriftsteller nicht an Genres gebunden sind.

    Fury in the Slaughterhouse - Das Ende…

    Dienstag, den 15. April 2008

    Lange ist es her, etwa dreizehn Jahre, seit ich diese Band höre. Der Aufstieg auch durch Radio FFN, als sie noch nicht nur Mainstream - Müll spielten wie heute. 1995, Abitur und Won’t forget these Days. Immer noch ein genialer Song, Time to wonder, Seconds to Fall.

    Sicher nicht bahnbrechend, große Musikgeschichte oder sonstwas, dafür einfach sympathische Typen, tolle Konzerte. Melodien, Fannähe, klasse Songs.

    Vielleicht das beste Album der Band - Mono gefolgt von einer Zeit, an der sich die Geister scheiden. The Hearing and the Sense of Balance. Eine Nummer zu groß?

    Es folgten weitere Fury-typische Alben, doch erst blieben die großen Überraschungen aus, dann die Fans. Ein Sturz ins Belanglose? Ein bisschen. Ich habe jedes Album, immer mal wieder waren gute Songs dabei, ein gewisser Fan-Stamm blieb. Und viele gute Songs.

    Every Heart is a revolutionary Cell hatte wieder viele Qualitäten, die die Musik ausgemacht haben. Bei Konzerten funktioniert der Mix aus altem und neuem - aber richtige Songperlen wie in der Anfangszeit gab es nicht mehr oder nur noch ziemlich selten.

    Nun also die Abschiedstour, eine letzte Veröffentlichung und schon Wehmut, wenn man eine Band so lange begleitet hat. Und man hoffte, dass es anders wär.

    Wie man an den vielen ausverkauften Konzerten sieht hat die Band Fans, nach wie vor, auch einige die sich zurückbesinnen. An die Zeit damals auch, Time to Wonder, FFN, Onkel Hotte und Ghosttown. Die beschissenen Sechs.

    Ich erinnere mich gern an das einzige Konzert, das ich von ihnen gesehen habe - parallel zum Reincarnation Rave in Hannover. Wingenfelder schreitet durch das Publikum. Fannähe, eine Band in Spiellaune. Wo sonst werden Fans auf die Bühne geholt und dürfen mitsingen?

    Nun endet die Zeit, ein Comeback wird sicher nicht ausgeschlossen. Böse wäre ich nicht drum, im Gegenteil.

    So bleiben viele Erinnerungen - Won’t forget these days.

    So stehe ich und winke mit dem Taschentuch. Eine Träne im Auge und ein Lachen für viele tolle Songs. Höre noch mal Jau! und Every Heart is a Revolutionary Cell, das aktuelle und letzte Album kaufe ich mir die Tage. Das muss einfach sein. Vielleicht schaffe ich es auch noch irgendwie zur Abschiedstour. Das wäre der perfekte Abschluss.

    R.E.M. - Accelerate

    Sonntag, den 13. April 2008

    Vier Jahre nach dem enttäuschenden Around the Sun veröffentlichten R.E.M. nun ihr aktuelles Studioalbum. Der Vorgänger war langweilig, uninspiriert und kaum zu unterbieten. Von daher kann Accelerate ja praktisch nur besser sein. Na, wenn das nicht Mut macht…

    Ich höre R.E.M. ja wie viele seit der glorreichen Out of Time - Zeit. Deshalb habe ich schon einige Wandlungen der Band mitgemacht, natürlich auch das raue Monster, welches auf das wohl nach wie vor schönste Album Automatic for the People folgte.

    Diese Analogie drängt sich förmlich auf, denn JA! - R.E.M. packen die Gitarren aus und rocken. Allein in den ersten beiden Songs steckt genialeres Songwriting als auf dem kompletten letzen Album. Mit knapp über 34 Minuten fällt Accelerate sehr kurz aus, das Design der CD ist komplett in schwarz weiß, Reduktion auf das Wesentliche. Ein bisschen erinnert es mich an die alten Document-Tage, ein bisschen an die Monster und alles in allem ist das typisch R.E.M., mal wieder ganz anders, neu und viel besser, als wollten sie sagen: Schluss mit der Lethargie, hier ist der Befreiungsschlag!

    Mit Living well is the best revenge und Man-sized Wreath geht es gleich sehr rockig los, Song 3 ist dann die ebenfalls gitarrenlastigere, geniale Single Supernatural Superserious. Nach Hollow Man folgt der erste etwas ruhigere Song, Houston. Da sind sie wieder, die Melodien, die unverwechselbare Stimme von Stipe. Kaum verklungen beginnen schon die ersten Fetzen des Titelstücks. Die Qualität zieht sich einfach bis zum Ende durch, ein Album ohne Ausfälle, ein Album jedoch, an das man sich erst etwas gewöhnen muss. Ich gebe gern zu, dass ich beim ersten reinhören noch nicht so begeistert war, aber das hat sich recht schnell geändert. R.E.M. - anders als sonst und wie immer unverkennbar.

    Bei Until the Day is gone kommen sogar mal wieder Erinnerungen an die Out of Time auf, ehe mit Mr. Richards der schwächste Song folgt, wenn ich einen wählen müsste. Dafür ist Sing for the Submarine gleich wieder ein absolutes Highlight, vielleicht einer der besten des Albums, eher ruhig. Eine traumhaft schöne Melodie im Refrain, als hätte es Around the Sun nie gegeben.

    Bei Horse to Water und dem abschließenden I’m gonna DJ wird wieder losgerockt, spielfreudig wie man R.E.M. seit langem nicht gehört hat. Accelerate ist schnell, rau, rockig und macht einfach Spaß. Seit ich die CD habe läuft die bei mir praktisch rauf und runter. Plötzlich können sie wieder Songs schreiben, was für ein Comeback. Große Klasse – nicht weniger.
    Kaufen, Anlage aufdrehen und mithüpfen.

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