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43 des Tages
Die Welt der 43
"Das Gewöhnliche, hier wirds Ereignis" - so hiess es schon bei Goethe - und hier wird dieser Satz Wahrheit, für die, die es wollen, brauchen und manchmal auch haben müssen.
ASP-Aus der Tiefe
Montag, den 8. Dezember 2008 „Hörst du das Rufen – Tief in der Erde…“
So erhebt sich Asps Gesang zu Beginn des Albums aus dem Nichts. Dann düstere Klänge, Geräusche, ehe die Melodie einsetzt. Von Beginn an wird bei diesem vierten Teil des Zyklus um den Schwarzen Schmetterling klar, dass ASP neue Wege gehen. Die Geschichte steht klar im Vordergrund, musikalisch wird es sperriger. Und wie ich finde besser. Erzählte Passagen runden das Album ab, Melodien werden in späteren Songs wieder aufgenommen.
Und dennoch sind mit „Me“, dem textlich vielleicht etwas plakativen „Schwarzes Blut“ und natürlich der Single „Werben“ einige Hits dabei, wo man einfach nur mithüpfen möchte. „Aus der Tiefe“ ist ein Album, auf das man sich einlassen muss. Zum nebenbei hören eignet es sich nur bedingt, allein schon wegen der gelungenen hörspielartigen Passagen lohnt es sich einfach, das mal über Kopfhörer laufen zu lassen. Ein Album, auf dem es viel zu entdecken gibt.
Absolutes Highlight ist das auf einem traditionellen Lied basierende „Ballade von der Erweckung“, ein etwa 9 minütiger Song getragen von Asps Stimme. Eine weitere Perle ist für mich „Ich komm dich hol’n“, was sie zum Glück sogar auch mal live spielen.
Insgesamt bieten sich hier Melodien, Melodien, Melodien, spannende Texte und eine atmosphärische Geschichte. Durch die Übergänge und die erzählten Passagen ist „Aus der Tiefe“ allerdings sperriger als sein Vorgänger. Das zeigt auch der abschließende Songzyklus „Spiegelauge“, der bereits andeutet, wohin die Reise auf dem nächsten Album gehen wird. Auch wenn „Spiegelauge“ wohl ein zusammenhängendes Element sein soll, so ganz passt das dann nicht. Zu unterschiedlich sind die Teile, es wirkt auch etwas zu gewollt. Nett, aber nicht mehr, bewirkt es, dass „Aus der Tiefe“ die Höchstwertung verwehrt bleibt. Trotzdem aber natürlich ein sehr gutes Album, das aber leider nicht immer wie aus einem Guss wirkt.
ASP-Weltunter
Freitag, den 5. Dezember 2008ASP ist eine Frankfurter Gothicrock-Formation um Frontmann und Texter Alexander Spreng (Asp). „Weltunter“ erschien 2003 und ist der 3. Teil des Zyklus um den schwarzen Schmetterling. Musikalisch ist das gar nicht so einfach in Worte zu fassen, denn die Bandbreite entwickelt sich von Album zu Album immer weiter. Alternativer Rock, die unsägliche Bezeichnung Neue Deutsche Härte, Electro – alles passt irgendwie. Vielleicht sollte man das einfach nur so bezeichnen: klingt nach ASP.
„Sing Child“ vom ersten Album war der Startschuss, doch „Weltunter“ und insbesondere natürlich der Hit „Ich will brennen“ sorgte dafür, dass ASP den Durchbruch schafften und inzwischen einer der bekannteren Gothicacts sind. Die ersten Alben sind meiner Meinung nach vernachlässigbar, bis auf wenige Ausnahmen gefällt mir das nicht so.
Mit „Weltunter“ ändert sich das. Textlich werden Bilder geschaffen, die Musik trägt zur Atmosphäre bei, Melodien werden einfach mal aus dem Ärmel geschüttelt und so schaffen ASP ihren eigenen Kosmos. Getragen von Asps Stimme entwickeln die Songs ihren eigenen Sog, ob nun die Geschichte des schwarzen Schmetterlings weitererzählt wird wie im traumhaft schönen „Geisterjagd“, sich die „Stille der Nacht“ über den Tag senkt oder auf Konzerten gefeierte Mitsinghymnen wie „She wore Shadows“, „Hässlich“ oder natürlich „Ich will brennen“.
„Eleison“ und „Lykanthropie“ sind für mich die Schwachpunkte des Albums, bevor dann „Die Ruhe vor dem Sturm“ das Ganze abschließt. Einer der längsten und auch stärksten Songs des Albums.
Wenn man ASP noch nicht kennt, wäre natürlich die Best Of „Horror Vacui“ zu empfehlen. Wer sich dann darüber hinaus für diese Band interessiert, sollte mit „Weltunter“ einsteigen. Auch wenn mir spätere Alben noch besser gefallen, weil in denen regelrecht Geschichten erzählt werden, ist „Weltunter“ wohl die Wahl für den Gothicinteressierten. ASP-Fans haben es ja eh schon im Schrank stehen. Einzig die Produktion finde ich mitunter etwas dünn, live wirken einige Songs da dann noch ganz anders.
Unheilig - Puppenspiel
Mittwoch, den 3. Dezember 2008Unheilig ist eine Gothicrock-Formation, die Elemente der so genannten Neuen Deutschen Härte à la Rammstein mit melodischen Synthieparts verbindet. 1999 erschien das erste Album „Phosphor“ worauf noch englische Texte waren, inzwischen sind die Alben deutschsprachig.
„Puppenspiel“ ist nun das sechste Album der Formation um den Grafen und nach den recht gelungenen Vorgängern spaltet es die Fangemeinde wohl mehr als vorher abzusehen war. Denn einerseits bietet es all die Qualitäten, die die vorangegangenen Alben ebenfalls hatten, aber Der Graf übertreibt es hier einfach mit den Selbstkopien, so dass es fast witzlos ist. Nicht nur, dass es musikalisch in bekannten Ebenen bleibt, auch textlich ist das so offensichtlich, dass es sich selbst entlarvt. So gibt es hier nach „Schutzengel“ nun den „Feuerengel“ und Songs wie „Fang mich auf“ oder „Sei mein Licht“ hat man auch zu oft gehört.
Gerade der Anfang des Albums kann aber noch überzeugen. Doch aus der Idee des Puppenspielers hätte man einfach so viel mehr machen können. „Vorhang auf“ als Intro und „Der Vorhang fällt“ bzw. das Instrumental „Memoria“ als Rahmen hätte da wirklich Lust auf mehr gemacht, zumal gerade am Anfang noch mit „Puppenspieler“ das einzige wirklich neue Lied wartet. Denn die Strophen wirken hier gewollt holprig, wogegen dann der tolle Refrain einen mitnimmt auf die Reise von Ort zu Ort. „Spiegelbild“ und „Dein Clown“ sind auch noch sehr gelungen.Gehobener Unheilig-Standard.
Mit „Mein Astronaut“, ähm „Sei mein Licht“ natürlich, folgt die erste Ballade. Interessante Worte wie „Lichterland“ gefallen mir gut – aber Lichterland auf Heimatland… nun ja. Was folgt ist ein enttäuschtes „Man kennt das alles schon“. Statt nach den letzten mitreissenden Konzerten nachzulegen, wurde es hier einfach versäumt, Neues zu bieten. Unheilig geht auf Nummer sicher und das finde ich enttäuschend. Auch die generelle Entwicklung, dass das Album dieser Tage in zig verschiedenen Versionen neu veröffentlicht wird zeigt einfach nur die Richtung wohin es gehen soll. Ich bin mal gespannt wann er beim Gottschalk auf der Couch sitzt…
Aber weiter im Text. Nach aufkommender Langeweile kommt mit „Kleine Puppe“ noch mal ein besserer Song, etwas härter, melodisch, tanzbar. Warum nicht mehr davon? Mit „An deiner Seite“ folgt ein sehr persönliches Lied. Erst fand ich dieses Lied sehr gelungen, die Melodie ist schön und der Text authentisch. Aber warum so ein persönlicher Song, den er angeblich nur für einen Freund geschrieben hat, dann auf Konzerten gespielt werden muss und nachdem das gut ankam, das Ganze auch als Single herhalten muss, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Das passt aber zu der Entwicklung der Band und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Es ist ja klar, dass man als Musiker Geld verdienen muss und möchte, aber die Art und Weise wie Unheilig derzeit ihren aufkommenden Erfolg dazu nutzen ist mehr als fragwürdig.
Die dann folgenden Lieder sind bekannt wie überflüssig, erst „Wie viele Jahre“ ist noch mal ein besseres Stück.
Insgesamt beinhaltet „Puppenspiel“ alle Qualitäten des Grafen. Er hat seinen eigenen Stil, textlich ist das recht gelungen, wenn man von einigen Plattheiten absieht. Aber es wird zu sehr auf Nummer sicher gegangen und die Selbstkopien sind viel zu offensichtlich. Wer noch nichts von Unheilig kennt, dem sei das „Puppenspiel“ als Einstieg durchaus empfohlen. Wem die Musik ohnehin gefällt, der bekommt hier genau das, was man erwarten kann. Wer erhofft hatte, dass sich Unheilig irgendwie weiterentwickelt, der wird genau so enttäuscht wie ich.
David Morrell - Level 9
Samstag, den 11. Oktober 2008Kurze Zeit nach den Ereignissen um das Paragon – Hotel, die Thema von Morrells Roman Creepers waren, geht es auch hier wieder um Frank Balenger und dessen Freundin Amanda. Gemeinsam besuchen sie einen Vortrag zum Thema Zeitkapseln.
Auch in diesem Roman geht es wieder um Zeit. Zeitkapseln werden zu einem bestimmten Zeitpunkt versteckt, in ihnen wird genau das verstaut, was die Menschen an spätere Generationen überliefern möchten. Errungenschaften, Texte, Musik - die Möglichkeiten sind vielfältig.
Frank und Amanda hören sich also einen Vortrag an, einige Zeit später erwacht Balenger allein am Strand in der Nähe des Paragon - Hotels, während Amanda verschwunden ist. Natürlich macht er sich auf die Suche, bestimmte Stichworte werden ihm zugespielt, die ihn auf die richtige Spur bringen sollen. Eine nette ältere, krebskranke Professorin hilft ihm dabei, wenn sie nicht gerade mit dem Spielen von Doom beschäftigt ist. Und Amanda selbst ist Teil eines realen Spiels namens Scavenger, ausgestattet mit GPS – Geräten, einer Art Headset und einem Sprengsatz, der sie in Stücke reißen würde, wenn sie der unbekannten Stimme, die wie ein Spielleiter fungiert, nicht Folge leistet. Allerdings ist sie nicht allein, das „Spiel“ funktioniert in einer Gruppe, insgesamt sind sie zu fünft. Und die GPS – Signale führen sie koordinatenweise bis hin zum „Grabmal der weltlichen Begierde“. Orientierungslauf der Neuzeit.
Computerspiele und Zeit. Der Spielleiter vergleicht sich und sein Spiel mit einer Mischung aus direktem Handeln wie in Doom und einer Art gottgleichen Anweisung wie in Sim City. Überhaupt bekommen Spiele einen hohen Stellenwert in dem Roman und die Art, wie das hier dargestellt wird, gefällt mir sehr gut. Ständig müssen Amanda und ihre Gruppe mit Fallen rächen, während sie Balenger mit einer Ausrüstung verfolgt, die Rambo vor Neid erblassen lassen würde. Auch hier werden wieder Bezüge hergestellt zu Büchern, zu Filmen, wie gesagt zu Computerspielen und der Philosophie, so dass sogar ein Kierkegaard ins Spiel gebracht wird.
Genau dieser Mix kombiniert mit der flüssigen, actionreichen Erzählweise von David Morrell macht auch Level 9 zu einem absolut lesenswerten Buch. Auch wenn das Ende etwas enttäuscht bzw. in seiner Konsequenz überrascht, wird man hier doch mit einem unkonventionellen Szenario belohnt und einem spannenden Kampf ums Überleben. Eine tödliche Schnitzeljagd.
Auch diesen Roman um Frank Balenger kann ich nur allen Fans der etwas actionreicheren Thriller empfehlen. Und durch die literarischen Bezüge vielleicht auch jenen, die sonst nicht so viel mit dem Genre anfangen können bzw. das alles eigentlich für zu trivial halten.
David Morrell - Creepers
Mittwoch, den 24. September 2008Creepers, so nennt sich eine Gruppe von abenteuerlustigen Wissenschaftlern, die seit Jahren leerstehende Gebäude besichtigen. Nun, besichtigen ist vielleicht nicht ganz richtig, denn es handelt sich nicht um Ausstellungen, sondern sie dringen widerrechtlich ein. Allerdings nur, um zu schauen, nichts verändern. Das ist die Maxime. Und so machen sie sich in Begleitung eines Journalisten, Frank Balenger, auf, ein ehemaliges Luxushotel zu untersuchen.
Erbaut von einem exzentrischen Millionär, sind die Räume noch größtenteils in dem Zustand erhalten, wie sie einst verlassen worden sind. Menschen starben, verschwanden und Morde passierten, die Gesellschaft im Wandel der Zeit – das Paragonhotel blieb immer gleich. Treppen brechen zusammen, mutierte Ratten und Katzen tauchen auf, und als man schon das ganz typische Horrorszenario erwartet, kommt alles anders als man denkt. Plötzlich steht angehäuftes Gold eines Verbrechers im Mittelpunkt, Stimmen aus den Tiefen des Hotels und schließlich ein dunkles Geheimnis.
Wow, was für ein Roman! Schon das Thema, ein leerstehendes Hotel zu besichtigen, hat mich fasziniert. Wie oft geht man an verlassenen Häusern oder Gebäuden vorbei und fragt sich, wie es wohl darin aussieht. Wie war das Leben darin, als es noch in seiner Blütezeit war? So erhalten, wie es verlassen wurde, dicke Schichten von Staub. Zeit steht eben nicht still und Zeit ist ein großes Thema bei Morrell. Ein Stück weit ist das wie eine Reise durch verschiedene Epochen, auf Bildern, in Räumen, in Gegenständen. Als gelungener Kniff entpuppt es sich an manchen Stellen, dass Bezüge zwischen Zimmern in bestimmtem Stil und zeitgenössischer Literatur oder Filmen, die in dieser zeit spielen, hergestellt werden. Besonders beeindruckend fand ich die Szene mit den Fotos vom Hotel zu verschiedenen Zeiten, die Kleidung der Menschen ändert sich, das Paragon bleibt wie es ist, immer gleich. Zeit vergeht, steht still und lebt wieder auf.
Frank Balenger als Reporter mit einem Irak – Trauma wirkt und agiert sehr glaubwürdig und schon bald ahnt man, dass mehr hinter ihm steckt.
Im Verlauf nimmt die Geschichte Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet habe. Bei dem Öffnen eines Tresors habe ich die Szene sogar zwei Mal gelesen, um zu glauben, was da wirklich stand und was passiert ist. Zum Schluss folgt ein sehr temporeiches Finale, eine mörderische Verfolgungsjagd mit allem, was die Technik hergibt.
Man kann diesem Roman allenfalls vorwerfen, dass einige Zusammenhänge etwas konstruiert wirken, aber ein Haar in der Suppe findet man ja meistens. Mich hat das gar nicht gestört, denn dieser Roman baut Spannung auf, setzt den Leser von jetzt auf gleich in eine völlig andere Situation und zum Ende hin werden Tempo und Action deutlich angezogen. Flüssig geschrieben ist das ohnehin.
David Morrell, der übrigens auch John Rambo erfunden hat (und in verschiedener Hinsicht erinnert Frank Balenger an ihn: das Kriegstrauma, das furiose Action-Finale), legt hier nicht mehr oder weniger vor, als den besten Actionthriller den ich bisher gelesen habe. Dass man Bücher gar nicht zuklappen kann, bis sie zu Ende sind, steht ja auf vielen Romanen. Hier ging es mir tatsächlich so, dass ich bis tief in der Nacht meine Nachttischlampe an hatte und immer weiterlesen musste. Bis zum Schluss. Wer actionreiche, spannende Unterhaltung in einem recht unverbrauchten Szenario sucht, der ist hier bestens aufgehoben.
Dan Brown - Meteor
Mittwoch, den 10. September 2008 Ein sensationeller Fund der NASA: Modernste Technik ermöglicht die Entdeckung eines ungewöhnlichen Meteors, der so tief in der Arktis verborgen ist, wie die NASA selbst in Schwierigkeiten. Enthält er tatsächlich Spuren von außerirdischem Leben? Ist das endlich der Durchbruch für Erforschungen der Raumfahrtbehörde?
Zweifel sind angebracht, Glaubwürdigkeit gefragt. Und so wird ein unabhängiges Wissenschaftlerteam zum Fundort gebracht. Zuletzt Rachel Sexton, Mitarbeiterin eines Geheimdienstes. Denn in Zeiten einer bevorstehenden Wahl geht der Präsident auf Nummer sicher – und sein Kontrahent um das Amt steht der NASA mehr als kritisch gegenüber. Nicht zuletzt, weil er auf eigenen Profit bedacht ist.
Als Rachel, die zufällig natürlich auch noch die Tochter des Gegenkandidaten ist, die Arktis erreicht, ist sie überzeugt, dass hier tatsächlich ein bahnbrechender Fund gemacht wurde. Ein bekannter Fernsehwissenschaftler ist bereits dabei, die Hintergründe für die Bevölkerung nachvollziehbar aufzubereiten. Und alles scheint klar, bis die Morde geschehen…
„Endlich mal nichts religiöses“, so mein erster Gedanke. Tatsächlich ist Meteor eine wirklich gelungene Verschwörungsgeschichte. Im Vergleich zu teilweise sehr drögen Thrillerkonkurrenten wie Mark T. Sullivan schafft es Brown hier, sehr spannend zu unterhalten. Mehr sollte man nicht erwarten, aber mehr muss es ja auch nicht sein. Wo sich andere Romane an pseudoreligiösen Themen vergehen, ist das hier eine ganz einfache, klassische Verschwörung mit Menschen, die nach Macht, Ruhm und Geld streben und dafür alles in Kauf nehmen.
Die Charaktere sind natürlich wie immer bei Dan Brown recht flach gehalten, aber hier stört mich das gar nicht so. Die Zusammenstellung des Expertenteams ist eine gute Idee, vor allem den Fernsehwissenschaftler kann man sich nur zu gut vorstellen in Zeiten, wo die Medien Präsidentschaftswahlen mitentscheiden und Wissenschaftsfernsehen immer populärer wird.
Im Gegensatz zu Diabolus habe ich dieses mal sogar recht wenig Kritik. Die Kapitel, in denen schon sehr früh ein geheimes Killerteam einer noch geheimeren Organisation beschrieben und eingeführt werden, hätte man meines Erachtens einfach weglassen sollen. Den Sinn, warum Brown das hier macht sehe ich, so hat er eben einen weiteren Schauplatz und mehr Abwechslung, aber spannend fand ich das nicht, sondern einfach überflüssig.
Und dann die Auflösung. Lange hatte ich keinen Roman, wo ich mir so sehr gewünscht hätte, dass es einfach vorhersehbar und actionreich zu Ende geht. Doch leider meint Brown auch hier wieder überraschen zu müssen. Und das stört mich, weil es aufgesetzt wirkt und unpassend.
Auch wenn es vielleicht einigen zu trivial ist, erinnere ich noch mal daran, dass dieser Roman Unterhaltungsliteratur ist. Und genau das schafft Brown zumindest im Großteil des Buches, er weiß es spannend zu unterhalten. Das hier ist der Roman für Leseabende im Winter oder eine Zugfahrt. Viel besser als Diabolus.
Mord im Orient-Express
Mittwoch, den 9. Juli 2008Nach Sherlock Holmes macht sich nun auch Agatha Christies Detektiv Hercule Poirot auf die Verbrecherjagd. Im gleichnamigen Spiel zum Buch übernimmt der Spieler eine Angestellte der Bahn, Antoinette Marceau, die dem berühmten Ermittler im Verlauf des Spiels behilflich sein wird.
Nach einem kurzen Prolog in New York, in dem ein Haus von Polizisten umstellt ist, beginnt das eigentliche Spiel in Istanbul. Als Mitarbeiterin der Bahn bekommt man den Auftrag, Hercule Poirot an Bord des Orient - Expresses zu bringen und so sucht man diesen erstmal. Bei der Verfolgung wird man immer wieder von sich streitenden Personen aufgehalten, denen man kurz helfen soll. Warum man nun wildfremden Personen zum Beispiel zwei verschiedene Fliesen besorgen muss und deren Streit schlichten verstehe ich nicht wirklich, aber glücklicherweise spielt sich dieser Auftakt dann doch recht zügig und nebenbei lernt man bereits hier einige Charaktere der späteren Fahrt kennen.
Schließlich werden die Abteile umbelegt, Poirot kann mit an Bord des Zuges und die Reise startet. Im ersten Teil des Spiels wird viel zeit darauf verwendet, die Charaktere kennen zu lernen. Einerseits finde ich so viele Dialoge immer etwas mühsam, aber hier passt es. Die Gespräche sind interessant, die Sprecher der Personen stimmig und mit Hercule Poirot redet man dann noch über einige Personen und welche Schlussfolgerungen man aus Handlungsweisen oder Akzenten schließen kann. Figuren erwachen zum Leben, jeder hat seine eigene Geschichte.
Auf der Fahrt vom jugoslawischen Belgrad nach Brod geschieht es dann: Eine Lawine überrollt die Gleise, nach einer Notbremsung kommt der Zug gerade so zum stehen bevor es zu einer Katastrophe kommt. Die Nacht bricht herein. Stille. Schritte auf dem Gang. Jemand läutet. Eine Frau im roten Kimono. Wieder Stille. Ein Schrei. Ein Mord!
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Sherlock Holmes und das Geheimnis des silbernen Ohrrings
Montag, den 30. Juni 2008 Im Auftrag Ihrer Majestät gelangen Holmes und Watson auf den Empfang des reichen Sir Bromsby. Eigentlich sollen sie dort nur Informationen über eine anwesende Künstlerin einholen, doch während Sir Bromsby eine Rede anlässlich des Geburtstages seiner Tochter hält, öffnet sich eine Tür. Die Tochter steht darin und ihre Augen weiten sich vor entsetzen, als plötzlich ein Schuss fällt. Sir Bromsky stirbt – und Holmes und Watson machen sich sofort daran, zu ermitteln. Schließlich finden sie heraus, das hinter dem viel mehr steckt als zunächst angenommen – und was ist das Geheimnis, das sich hinter dem silbernen Ohrring versteckt und warum musste Bromsky sterben? Genau das ermittelt man nun in diesem Adventure von Frogwares.
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