Dreiundvierziger - Der Südseeblog
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    Die Welt der 43

    "Das Gewöhnliche, hier wirds Ereignis" - so hiess es schon bei Goethe - und hier wird dieser Satz Wahrheit, für die, die es wollen, brauchen und manchmal auch haben müssen.

    ASP - Zaubererbruder (Der Krabat-Liederzyklus)

    „Ich bin ein Wendenjunge und muss barfuß betteln geh’n.“

    Das 2008 erschienene Doppelalbum ist die musikalische Umsetzung der Geschichte „Krabat“ von Ottfried Preußler. Diese basiert ja wiederum auf einer alten Sage aus dem Sorbischen. Jener Müller, der seinen Knappen die Kunst der schwarzen Magie beibringt. Krabat wird dort Lehrjunge und lernt dort „müllern und das andre auch“. In finsteren Nächten kommt der Gevatter in seiner unheimlichen Kutsche und bringt merkwürdige Säcke. Zum Jahresbeginn muss einer der Lehrjungen sterben, damit ein neuer nachrücken kann und der Müller weiterleben darf. Bis sich eines Tages Krabat in die hübsche Kantorka verliebt, die bei der schwarzen Mühle vorspricht um ihn freizubitten und den Bann zu brechen…

    Nach Requiembryo war ich etwas skeptisch was mich hier erwarten würde, denn „Krabat“ war schon immer eines meiner liebsten Bücher. Doch ich wurde positiv überrascht. Um es vorweg zu nehmen, klare Hits fehlen diesmal, dafür beschränken sich ASP aber auf das Wesentliche. Melodien, interessante Instrumentierungen, passende Songtexte. Besser kann man die Vorlage kaum umsetzen, aber auch hier ist natürlich klar dass der Gelegenheitshörer raus ist. Hier muss man auf Texte achten, genau zuhören. Gastsänger, - musiker sowie ASP selbst präsentieren sich in Hochform.

    Am bekanntesten ist vielleicht das Duett mit Eric Fish, das Titelstück des Albums.
    Hier gibt es weder Songs, die ganz besonders herausragen noch Ausfälle. Es ist alles wie aus einem Guss. Schon toll, wie z.B. „Elf und einer“ den Text vorantreibt, spielerisch leicht , spannend erzählt und getextet.

    Man muss einfach dieser düsteren Geschichte folgen, die Melodien genießen und den Zaubererbruder am besten komplett anhören. Denn mit diesem „eigentlich nur Zwischenalbum“ haben ASP geschafft, was ihnen mit dem Schwarzen Schmetterling verwehrt geblieben ist: Das perfekte in sich geschlossene Gothic-Rock-Album in deutscher Sprache. Die Verbindung aus Musik und Erzählung ohne Bruch. Eine musikalische Umsetzung, die im Gegensatz zum Film mehr als gelungen ist.

    Der Beitrag wurde am Samstag, den 13. Dezember 2008 um 01:12 Uhr veröffentlicht und wurde unter Review abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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