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43 des Tages
Die Welt der 43
"Das Gewöhnliche, hier wirds Ereignis" - so hiess es schon bei Goethe - und hier wird dieser Satz Wahrheit, für die, die es wollen, brauchen und manchmal auch haben müssen.
Der Besucher

Der Besucher ist kein Adventure im klassischen Sinne, die eingebauten Rätsel sind nicht um ihrer selbst Willen vorhanden, sondern stellen kleine gewollte Störungen dar, die beim Leser eine schaurige Stimmung erzeugen sollen.
Das Spiel ist auf Adventure-Treff veröffentlicht.
Hier der direkte Link zum Download.
Ein wesentliches Merkmal des Besuchers ist das Fragmentarische. Erinnerungsfetzen werden durch dejà-vu - Erlebnisse in Form schwebender Textpassagen hervorgerufen, die Räume bauen sich wie Kulissen in einem Theater Stück für Stück auf und Geräusche wie das Prasseln des Regens gegen das Fenster oder die fernen Schritte sollen ein Ganzes erzeugen. Die Atmosphäre entsteht im Kopf des Leser-Hörer-Sehers. Er muß die Geschichte selbst entschlüsseln, so wie er im alltäglichen Leben durch Aufnahme und Verarbeitung unterschiedlicher Informationen durch alle Sinne seine eigene Erinnerung entstehen läßt.
Die Story
„Der Raum wirkt leer und verloren. Ohne den prasselnden Regen würde ich vermutlich den Widerhall meiner eigenen Schritte hören. Zeit ist endlos in diesem Raum. Es ist kalt, viel kälter als überall sonst in diesem Haus – es gibt keinen Heizkörper.
Der gestrige Abend… Marge, ich selbst. Albin Rellik. Oh Mann, haben wir getrunken! Gerede, Gelächter, Belanglosigkeiten, Gesichter werden hitzig.
War da nicht ein Geräusch, unten, im Erdgeschoß?
Ein perfider Plan… aber, warum…
Kohlenmonoxid. Überall. Ich ersticke, ich…
Ich fühle mich beobachtet!
Draußen weicht der Regen einem schönen Morgen. Durch das große Fenster strahlt die Sonne herein, die Sonne eines Neuanfangs. Um mich herum ist es still, das Gewitter hat aufgehört.
„Aufnahme Ende!“, schreit Albin, das Bild wird erst schwarz, dann: Rauschen…“
Die Entstehungsgeschichte

Es war ein sonniger Tag im Jahre 1999, als die beiden Autoren sich auf der Liegewiese eines gut besuchten Schwimmbades sonnten und seltsame Zettel vor sich ausbreiteten, auf denen der Grundriß eines alten Landhauses zu sehen war. Das waren keine ausgeklügelten Einbruchspläne, sondern die ersten Skizzen zu Der Besucher. Das Spiel war angelegt als klassisches Textadventure, allerdings mit Hypertextelementen. Einzelne Begriffe des Textes sollten in Kombination mit Befehlen wie "Öffnen" oder "Schauen" angeklickt werden können. Kurze Videos und Soundeffekte sollten die Texte untermalen. Das Projekt wurde mit Macromedia Director realisiert, es kam jedoch nie über das Versuchsstadium hinaus. Der Besucher wurde zu den Akten gelegt. Der Winter brach herein.

Als 2001 die allgemeine Flash-Euphorie um sich griff, besannen sich die Autoren eines Neuen und nahmen sich den Besucher noch einmal vor die Brust. Er sollte in voller Grafik-Pracht glänzen. Also wurde Der Besucher nun zu einem klassischen Grafik-Adventure, mit anklickbaren Gegenständen, die mitgenommen oder benutzt werden konnten. Die Autoren konzentrierten sich auf die detailliert ausgearbeiteten Zeichnungen der einzelnen Räume, die der Spieler im Ganzen sehen konnte, ohne mit einer Spielfigur durch sie hindurchzulaufen. Diese bunte Version des Besuchers war zumindest graphisch und inhaltlich völlig ausgearbeitet, es haperte jedoch an der Umsetzung. Erneut verwaiste das geheimnisvolle Landhaus und harrte auf einen späteren Besuch…
Im Rahmen des Wettbewerbs Digitale Literatur von T-online rissen sich die beiden Autoren noch einmal zusammen und schafften es, innerhalb weniger Monate des Jahres 2003 dem Besucher einen nun insgesamt stimmigeren, einheitlichen, unheimlichen Look zu verpassen, der der düsteren Story angemessener schien. Und was noch viel erstaunlicher war: die komplett überarbeitete Story wurde erstmals von Anfang bis zu Ende umgesetzt! Der Besucher war nun endlich spielbar. Die Interaktion wurde wieder einmal überdacht, so daß das Spiel nun in seiner endgültig letzten Version einen sehr viel literarischen Eindruck machte, ohne ein reines Textadventure zu sein. Die Gegenstände in den sehr stillisierten Räumen waren weiterhin anklickbar, dazu erschien ein animierter Text über dem Bild. Text und Bild waren dadurch harmonisch miteinander verbunden.
Das alte Landhaus ist also endlich renoviert und lädt ein zu einem unverbindlichen Besuch.