Dreiundvierziger - Der Südseeblog
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    Die Welt der 43

    "Das Gewöhnliche, hier wirds Ereignis" - so hiess es schon bei Goethe - und hier wird dieser Satz Wahrheit, für die, die es wollen, brauchen und manchmal auch haben müssen.

    Oben

    Oben

    Oben, da sind Geräusche auf dem Dachboden.
    Hm?
    In meinem Kopf?
    Nein, ich hör sie auch.
    Gehen wir?
    Verrückt?
    Nimm du die Lampe, ich hol die Axt.
    Du willst in den Keller ohne Licht, um eine Axt zu holen, die wir auf dem Boden voller Geräusche brauchen?
    Ja, da sind mehr Geräusche auf dem Dachboden.
    Ich bin nicht taub.
    Hörst du sie oder nicht?
    Doch, aber es sind keine neuen Geräusche.
    Das heißt, du kennst sie?
    Das heißt, ich höre sie auch.
    Wie lange schon?
    Seitdem ich selbst oben war.
    Wann war das?
    Lange her, zu lange.
    Was ist dort oben?
    Geräusche.
    Witzig, was für Geräusche, woher kommen die?
    Du kennst die Antwort.
    Woher sollte ich die kennen, was sind das für Geräusche, wer macht die?
    Immer der, der fragt.
    Und wenn ich nicht gefragt hätte?
    Hättest du abwarten können und schauen, wer fragt, einfach abwarten und du bist ein Außenstehender.
    Und so?
    Stirbst du auf dem Dachboden.
    Wann?
    Jetzt.

    Beitrag Nr.: 1 wurde veröffentlicht am 2. November 2010 von

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    Nur ein paar Seiten noch…

    Jonathan Franzen-Die Korrekturen
    Teilweise etwas ausufernd lange Sätze, aber sehr stark in den Dialogen. Thematisch ein Familienroman. Eltern wollen vor dem Sterben noch mal alle (inzwischen erwachsenen) Kinder zum Weihnachtsfest zusammentrommeln, die aber ihrerseits völlig verschiedene Laufbahnen eingeschlagen haben. Mitunter sehr schräg. Kann mich aber noch nicht durchringen das Ganze richtig super zu finden.

    Im Nachhinein ist dieses Buch “nett” gewesen. So viele gute Bilder, Personen und auch Dialoge es gibt - es zieht sich zu sehr und irgendwie will man auch gar nicht mehr wissen wie es weitergeht. Werde auch nichts anderes von Franzen lesen, finde das ist einfach nur überbewertet.

    Jussi Adler Olsen - Erbarmen
    Klappentext: “Die verzerrte Stimme kam aus einem Lautsprecher irgendwo im Dunklen: »Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weißt die Antwort: Warum halten wir dich fest?«”

    Also wenn das nicht spannend klingt weiß ich auch nicht!

    Ich kann hier nur sagen: Finger weg. Aus einer tollen Idee wird hier leider nur sehr wenig gemacht, wer aufgrund der Rezensionen einen zweiten Stieg Larsson erwartet, wird enttäuscht. Sehr schade, Auflösung lächerlich platt und die Charaktere so lala.

    Lukianenko - Weltenträumer
    Was habe ich mich drauf gefreut, kann jetzt aber nur noch sagen: Der Stil in diesem Buch gefällt mir nicht, kurze Sätze, das alles wirkt unrund-mag sein, dass das an der Übersetzung liegt. Hat die 100 Seitenregel nicht überstanden. Ich hab noch die Wächter-Reihe und hoffe, dass die besser sein wird.

    Sebastian Fitzek - Das Kind
    Für mich einer der besten Thrillerautoren, schockierender Anfang, eine Aufklärung mit der ich gut leben kann, interessante Charaktere und ein Ende, bei dem einem noch mal der Mund offen steht-so wird das gemacht! Freue mich auf weitere Bücher von ihm! Nach “Die Therapie” schon der zweite ganz starke Vortrag.

    Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
    Ein Mann (hier Lehrer) bricht von einer Sekunde zur nächsten aus seinem Leben aus. Das Thema gibt es ja öfter in der Literatur, auch in dem zitierten “Der Mann, der den Zügen nachsah” von Simenon. Insgesamt wird mir das Ganze in den Gottespassagen zu lahm, der Schriftsteller im Buch wirkt teilweise zu bemüht kunstvolle Sätze zu schreiben - trotzdem kann man das mal durchschmökern, ich hab bei weitem schlechteres gelesen. Aber eine absolute Empfehlung kann ich hier nicht aussprechen.

    Viktor Pelewin - Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin
    Eine genial geschriebene Abrechnung bzw. Auseinandersetzung mit dem “heutigen” Russland. Was das Buch aber eigentlich ausmacht: Es geht um Zahlen. Der Protagonist hat lange Zeit die 7 als Glückszahl- empfindet aber irgendwann, dass zu viele diese Zahl als Glückszahl haben und deren Wirkung wird so abgeschwächt. Bei einem Besuch im Kino entdeckt er unter seltsamen Umständen seine neue Zahl: Die 34 steht für das Gute, die 43 (!) für das Schlechte. Genau darum musste ich das natürlich lesen-und was Pelewin aus dem Thema macht ist unterhaltsam, witzig - aber auch sehr interessant. Aber die 43 für das Schlechte? Niemals!

    Ansonsten: Kann das sein, dass Bücher immer teurer werden? Nachdem die fast 40 Euro für unendlicher Spaß aufgrund des enormen Umfangs noch irgendwie zu rechtfertigen gewesen wären (aber ich warte hier auf das TB…kostet ja dann nur 18 ),habe ich gesehen, dass es was neues von Murakami gibt. “1Q84″ nennt sich das, enorm beworben und steht als Hardcover für 32€ in den Regalen… Zwar auch über 1000 Seiten, aber trotzdem… Mann mann…

    Lest!

    Beitrag Nr.: 2 wurde veröffentlicht am 15. Oktober 2010 von

    Kategorie Review | 0 Kommentare »

    Sprich dich selbst!

    Manchmal führe ich Selbstgespräche mit mir selbst.
    Manchmal mit anderen.
    Sprecht!

    Beitrag Nr.: 3 wurde veröffentlicht am 6. Mai 2010 von

    Kategorie Die Welt der 43 | 0 Kommentare »

    Pathience

    1. Gesang, Empathie
    Aus der Ferne.
    Wenn Echos fremder Zeiten
    unter uns dröhnen
    die wir vor uns wähnen.
    Metall geißelt Metall.
    Funkenschlag
    durchgleißt die Nacht.
    Hämmernd, monoton von Macht.
    Schweißpunkte und Schweißnähte
    die Vergangenes und Gegenwart
    verweben, dann zerstechen,
    verkleben, dann zerbrechen,
    vernähen und mit Jähzorn versehen.

    2. Gesang, Sympathie
    Am Anfang ist ein Funkenflug,
    wenn Blicke sich berühren,
    Hände fühlen,
    die sich doch nie greifen,
    Gedanken schweifen,
    die nicht mehr leben,
    Träume, die durch Nächte irren
    wie verbranntes Fleisch.
    Zu lange abgestorben
    Verroht, verkohlt und dann verdorben,
    ausgemehrt und ausgezehrt
    Liebe und Tod im Spiegel verkehrt.

    3. Gesang, Antipathie
    Das Quecksilber toter Herzen giftet
    sich selbst und fließend,
    ist doch auch Metall auf Metall.
    Doch Tropfen sind kein Schlagen,
    ein Fließen ist kein Klagen.
    Da ist kein Klirren mehr
    im Klingenmeer.
    Wie ein Hammerschlag versinkend
    im Treibsand eines Flüssigmetalls.
    Keine Fabrik steht.
    (Mehr.)
    Still.

    4. Gesang, Apathie
    Menschen gehen rechts.
    Menschen gehen links.
    Wie Roboter.
    Sie sprechen aneinander vorbei,
    öffnen ihre Münder
    und schauen verzweifelt,
    weil sie nicht sagen,
    was sie denken,
    weil sie nicht
    denken,
    fühlen.
    Nicht (mehr).
    Zu lange her.

    5. Gesang, Apathie
    Starre Augen haben ihren Glanz verloren
    eiternd, farblos gelbe Tränen,
    doch Trauer ist es nicht
    die aus ihnen spricht,
    Gefühle aus Metall geschlagen,
    wie Statuen, die sich nichts mehr sagen.
    Bluten nicht, weil nur Papier,
    das einst aus Haut bestand
    in der sich nie ein Mensch befand.

    6. Gesang, Empathie
    Flammen brechen nicht,
    Aschen sprechen nicht,
    Worte rächen sich.
    Und sie lächeln nicht.
    Sie vergessen nicht.
    Denn sie wissen nicht,
    dass alles was sie tun
    und alles was sie sind,
    und alles was sie wollen,
    (mehr)
    in diesem Moment zu wichtig ist.

    Beitrag Nr.: 4 wurde veröffentlicht am 23. März 2010 von

    Kategorie stories | 1 Kommentar »

    Momentaufnahme, innen

    Im Moment kommt es mir so vor, als wäre alles was ist Geschichte, was war eine Lüge und was wird nichts mehr.

    Kann mit meinen Gedanken nirgendwo hin. Nicht sehen, nicht fühlen, eine Leere in allem.
    Man hat mich abgeschaltet, deaktiviert.

    Ich glaube nicht an ein Wiedersehen, doch wie kann man glauben, wenn da nichts mehr ist woran man glauben kann?

    Zeit vergeht nicht mehr.
    Schlaf umgibt mich nur mehr scheu.
    Kann mich nicht mehr freuen.
    Gutes prallt ab, außen.
    Eine Momentaufnahme, innen
    Voller Zweifel, in meinen Sinnen.

    Beitrag Nr.: 5 wurde veröffentlicht am 19. März 2010 von

    Kategorie stories | 1 Kommentar »

    Unheilig - Große Freiheit

    2010: Der Graf präsentiert sein neues Werk, den Nachfolger zu dem aus meiner Sicht eher durchwachsenen Puppenspiel. Bei Unheilig&Friends hatte ich ihn wieder live gesehen und fand das absolut überzeugend, dort spielte er zwei Stücke aus diesem neuen Album. Unter deiner Flagge, bei dem ich nur dachte – oh Gott, bitte kein An deiner Seite Teil 2… Der andere Song war Für immer und ging sofort super ab. Somit war ich doch sehr gespannt auf dieses Album, befremdlich fand ich dann allerdings die Dauerberieselung auf RTL 2 mit Geboren um zu leben… Irgendwie auch mal wieder wie An deiner Seite… und inzwischen ahne ich wie dieses Album entstanden ist. Mit einem Brainstorming zum Thema Meer und Seefahrt, das alles eingebettet in die typischen Unheiligmelodien. Und alles schön Vivatauglich mit angezogener Handbremse. Aber beginnen wir am Anfang.

    Das Meer beginnt mit einem Nebelhorn, Hafensounds und typischen Unheiligsynthies – kurzum mal wieder eine Einführung in das Album. Ist ja auch gar nicht schlecht und die Idee, alles zum Thema Meer zu machen eigentlich auch nicht, aber bitte bitte nicht dermaßen platt. Ich suche die Sterne und den Mond und das Licht am Horizont – so heißt es im zweiten Song Seenot - der ist aber zumindest noch ganz gefällig. Und wer sich gleich die Limited Edition des Albums zulegt bekommt noch eine frühe Rohfassung einiger Stücke mitgeliefert, die noch etwas rauer und besser wirken. So auch Für immer. Nicht originell, aber live sprang wie gesagt der Funke sofort über, auf dem Album ist das einfach nur noch eine lahme Pussyversion. Und bei der weiten Seereise durch die Platitüden gibt es danach Geboren um zu leben. Alles so platt, kein Zwischen-den-Zeilen-lesen mehr nötig. Kitsch trieft aus den Boxen. Und man kann nur sagen was dieses Album betrifft: Dieser Weg wird kein leichter sein… für Freunde des alten, besseren Grafen allerdings…

    Abwärts geht es niveaumäßig weiter, etwas härter, aber das gibt es mit Maschine oder Kleine Puppe schon so unendlich viel besser von Unheilig. Halt mich ist dann die neunmillionste Version von Mein Stern, der Erdball dreht sich mit der Flut, in diesem Augenblick bleibt nur das was wichtig ist. Aha.

    Unter Feuer und Ich gehöre mir strotzen nur vor Einfallslosigkeit und Selbstzitaten, furchtbar-dazwischen der lahme Titeltrack Große Freiheit. Willkommen in meinem Leben hieß es früher, bald heißt es wohl: Willkommen bei Carmen Nebel. ..

    Nach der neunmillionsten Version von Mein Stern folgt hier die neunmillionenunderste: Heimatstern, und oh ja-das ist eine Ballade. Und weil der Unheiligfan 2010 offensichtlich vergesslich ist folgt darauf gleich noch Sternenbild. Ich gebe aber zu, dass mir das noch am besten gefällt von diesem Album – immerhin erreicht der Graf hier mal das gute Niveau vergangener Tage. Darauf folgt aber auch gleich mit Unter deiner Flagge das für mich schlechteste Unheiliglied. Merkt er es selbst noch?

    Ferne Welt ich komme, ich kann deine Lichter seh’n – so heißt es in Fernweh. Bezeichnend genug, dass ich das hier noch als besseren Song bezeichnen muss, allenfalls Unheilig-Mittelmaß, aber dafür ist man hier ja schon dankbar. Denn das belanglose Schenk mir ein Wunder kann man sich leider ebenso schenken wie das gesamte Album. Auf Kurs ist noch mal eine bessere, schnellere Nummer, zum Ausklang folgt das Instrumental Neuland. Damit macht er nichts falsch. Aber versöhnen können mich Unheilig damit nicht mehr.

    Fazit: Der geneigte Unheilighörer schüttelt enttäuscht, wütend oder ungläubig den Kopf, hier gibt es keine Ecken und Kanten mehr, nichts mehr zum Nachdenken und von den Melodien her wird auch nur sporadisch Neues geboten. Wer also den vivatauglichen Massengraf hören möchte ist hier bestens beraten, wer wie ich den Goldenen Zeiten nachtrauert hört die Alben bis zum Puppenspiel und vergisst, dass es diese Band noch gibt.

    Beitrag Nr.: 6 wurde veröffentlicht am 26. Februar 2010 von

    Kategorie Review | 2 Kommentare »

    Ein paar Texte

    1.
    Ich habe gehofft, so lange das Licht brennt.
    Doch Tote altern nicht.

    2.
    Du lebst ständig.
    Du lebst selbst.
    Du lebst selbst ständig.
    Du lebst selbst, ständig.
    Du lebst selbständig in Angst.

    3.
    Nun, da einige Wochen vergangen sind,
    ist es Zeit an den Anfang zurückzukehren.
    Wünsche werden Wirklichkeit,
    Träume Phantasie,
    und Hoffnung entsteht aus Traurigkeit.

    4.
    Weil die Menschen mich nicht mochten, begann ich mit den Büchern zu sprechen.
    Denn diese waren das einzige, was ich liebte - und die Bücher liebten mich, würde ich sagen.

    5.
    Ich greife durch die Zeit.
    Als der Regen still steht.

    Beitrag Nr.: 7 wurde veröffentlicht am 7. Februar 2010 von

    Kategorie stories | 0 Kommentare »

    Mondfinsternis

    Durch Schloss und Tor, Pforte und Schrein
    Werde ich mein Monduntergang sein.
    Gestank und Abschaum dieser Welt
    Die sich noch gestern entgegenstellt

    Verschwinden - und betrachtet, wie es vorher war,
    Alles was wird, ist nicht mehr da,
    Und alles, was niemals gewesen ist,
    Wird Leben, wird Werk und wird mein Licht.

    Einfach nur kalt und unbewohnt,
    mein Werden im Morgenstill - ein toter Mond.

    Ich ziehe aus in den Strobentank
    Von Schichtfest, Herrgott und Erntekrank,
    Verschließ mich bestrahlt von Nacht
    Zwischen gleißenden Sternen in Mondohnmacht.

    Die Finsternis eines toten Mondes
    Die Ohnmacht eines maroden Todes
    Ich selbst versteckt in meiner Welt der Nacht
    Schwarz ist nicht tot - wo mein Leben lacht.

    Beitrag Nr.: 8 wurde veröffentlicht am 18. November 2009 von

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